26. September 2011
Smash Boom Bang feiert Premiere in Frankreich
Der Smash Boom Bang (SB²) schmettert jetzt auch in Frankreich. MeWa hat die Zerlegemaschine kürzlich an das französische Unternehmen Environnement Recycling nach Montluçon geliefert. Das hochmoderne Werk bereitet Computer, kleine Haushaltsgeräte, Bildschirme sowie Bildröhren auf und hat europaweit Pilotcharakter.
Gerade einmalmal zehn Jahre ist es her, dass Environnement Recycling mit der Aufbereitung von ausgedienten Elektrogeräten begonnen hat. Jetzt hat das Unternehmen in die Zukunft investiert. Mit ihrer neuen Anlage am Firmensitz in der Auvergne sind die Unternehmer Jérôme Auclair und Emmanuel Petit in eine neue Dimension der E-Schrott-Aufbereitung vorgestoßen.
Die 10 Ports der alten Anlage, an denen die Computer, Bildschirme und TV-Geräte auf ihre Weiterverwendung geprüft wurden, konnten in einem europaweit einzigartigen Pilotprojekt auf 720 Anschlussplätze erweitert werden. Die nicht mehr funktionstüchtigen Geräte führt der Betrieb den neu entstandenen und erweiterten Recyclinglinien zu.
Für die Bildschirme, Computer, Drucker und weitere Haushaltskleingeräte hat der Betrieb einen eigenen Weg eingeschlagen. Dazu haben die Unternehmer Jérôme Auclair und Emmanuel Petit in die neueste Generation des Smash Boom Bang (SB²) von MeWa investiert. Nur die Bildröhren werden separat bearbeitet. In einem speziellen Verfahren reinigt, zerkleinert und pulverisiert Environnement Recycling die Bauteile und stellt daraus kalibrierte und wiederverwertbare Glaskörner her.
Für die anderen Geräte heißt es aber: Rein in den Smash Boom Bang und Premiere in Frankreich. MeWa hat den SB² speziell für Elektro- und Elektronikschrott kleiner bis mittlerer Größe entwickelt. Die Aufgabe der Maschine besteht darin, die enthaltenen Bauteile und Wertstoffe möglichst ganzteilig frei zu legen. Eine aufwändige Handarbeit für die Vorzerlegung wird so in großen Teilen überflüssig.
Der SB² nimmt die Computer, Drucker, HiFi-Anlagen, Handys, Kaffeemaschinen oder Staubsauger in einer langsam drehenden Trommel auf. Flipper, die auf einer Welle im inneren des Kessels angebracht sind, werfen das Material gegen die Trommelwände. Der Effekt wiederholt sich mehrfach und so brechen die Kunststoffverkleidungen auf und gleichzeitig lösen sich die Elektromotoren, Leiterplatten, Steckverbindungen, Kupferspulen oder Batterien ohne Beschädigungen voneinander zu lösen. Die Bauteile verlassen den Smash Boom Bang ganzteilig, Kunststoffteile bleiben in großen Stücken erhalten. Das Material wird anschließend maschinell sowie per Hand sortiert und liegt am Ende als Klasse 1-Schrott verkaufsfertig bereit.
Bis zu 12.500 Tonnen Material im Jahr kann der SB² pro Schicht verarbeiten. Die Maschine besticht durch einen äußerst geringen Verschleiß und sehr niedrigen Betriebskosten. Die wenigen Feinanteile, die in der Verarbeitung mit dem SB2 anfallen, werden mit Hilfe eines Absaugsystems gesammelt, das gleichzeitig als Explosionsschutz dient.
Dem SB² ist lediglich eine manuelle Sortierplattform mit vier Arbeitsplätzen vorgeschaltet. Hier werden beispielsweise Tonerkartuschen und Staubsaugerbeutel entfernt, also im Grunde alle unerwünschten Inhaltsstoffe. Aber auch Wertstoffe, die einfach entnommen werden können, wie etwa Kabel.
Mit ihrem Projekt haben sich die beiden Teilhaber bewusst für den Standort Montluçon in der Auvergne entschieden. Verkehrsgünstig an einem Autobahnverteiler der französischen Nord-Süd sowie Ost-West-Schiene gelegen, können jetzt auf einer Fläche von 45.000 m² über 65.000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr verarbeitet werden. Auf diese Weise haben Jérôme Auclair und Emmanuel Petit zehn Jahre nach der Firmengründung 92 Arbeitsplätze in ihrer Heimatregion geschaffen.



