11. Februar 2011
MeWa liefert Aufbereitungslinie für Altreifen nach Südkorea
Stahlputzer bereitet Stahlcord auf
Von der Herstellung neuer Reifen bis zum Recycling der Altreifen ist die südkoreanische Firma Anothen WTE (waste to energy) am gesamten Rohstoffkreislauf von Gummi beteiligt. Die MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH aus Gechingen hat jetzt eine neue Zerkleinerungslinie für Altreifen nach Geumsan geliefert. Mit dem UNI-CUT® SP Stahlputzer wird dabei auch der Stahldraht aus dem Reifenwulst nahezu vollständig und in hoher Reinheit zurückgewonnen.
Mit ihrem Standort in Geumsan/Südkorea hat sich die Firma Anothen WTE in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Partnerbetrieb niedergelassen, der Heizbälge für die Reifenindustrie produziert. Diese flexiblen Bälge werden im nahegelegenen Werk eines internationalen Reifenherstellers bei der Vulkanisierung benötigt. Sie pressen dabei den Reifen von der Innenseite in die Heizform.
Wo auf dem einen Teil des weitläufigen Geländes die Grundlage für Neureifen gelegt wird, werden an einer anderen Halle bereits wieder Altreifen zur Aufbereitung angeliefert. Die deutsche MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH hat zu diesem Zweck im Januar 2011 eine neue Recyclinglinie in Geumsan installiert und dabei erstmals in Asien einen Prozess integriert, mit dem auch die Stahldrähte aus dem Reifenwulst vollständig und in hoher Qualität aufbereitet werden.
Die ausgedienten Pneus werden zunächst mit einem Shredder vorzerkleinert und anschließend dem MeWa-Granulator UG 1600 zugeführt. Das kraftvolle Aggregat zermahlt etwa zwei Tonnen Reifenstücke pro Stunde auf Korngrößen von unter 20 Millimetern. Dieses Gummigranulat fördert Anothen WTE direkt weiter in die eigene Pyrolyseanlage.
Zehn bis zwanzig Prozent des Gewichts eines PKW-Altreifens bestehen allerdings aus Stahl. Dieser ist in Form von Drähten im Wulst eingearbeitet und kann in der Pyrolyse nicht verarbeitet werden. Ein Überbandmagnet entfernt daher den Stahlcord nach dem Granulator aus dem Prozess. Diese Stahlfraktion liegt indes in einem sehr unsauberen Zustand vor. Denn an den Drähten haften bis zu 35 Gewichtsprozente an Gummi und Textilien an. Weder für die Pyrolyse noch für die Verwertung in einem Stahlwerk geeignet, stellte dieses Materialgemisch für Anothen WTE ein bislang ungelöstes Problem dar.
Auf der Suche nach einer geeigneten Technologie, wurde das südkoreanische Unternehmen im Schwarzwald fündig. Der Recyclingspezialist MeWa aus Gechingen hatte sich in den vergangenen zwei Jahren gezielt dieser verunreinigten Stahldraht-Fraktion angenommen und mit dem UNI-CUT® SP Stahlputzer ein Spezialaggregat entwickelt, das die Gummianhaftungen nahezu vollständig von den Drähten abzusondern vermag.
Der Stahlputzer vereint dabei die Vorteile einer verschleißarmen Mühle mit den dynamischen Eigenschaften eines Granulators. Ohne empfindliche Messer ausgestattet, reiben die Werkzeuge das Gummi am Stator von den Stahldrähten ab und legen so die einzelnen Fraktionen frei.



