15. Juli 2010

Spraydosen umweltgerecht entsorgt

Querstromzerspaner von MeWa zeigt seine Vielseitigkeit in der Trennung von Materialverbunden

Treibmittel in Spraydosen sind leicht brennbar und stellen durch die Druckabfüllung ein Problem in der Müllverbrennung dar. Für diesen Abfallstrom haben sich deshalb wenige Spezialunternehmen am Markt etabliert. Eines dieser Unternehmen im saarländischen Neunkirchen hat seine Spraydosenaufbereitung jetzt grundlegend modernisiert und dafür den Querstromzerspaner QZ 1200 des schwäbischen Anlagenbauers MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH installiert.

Das ozonschädigende Treibmittel FCKW wird in Deutschland bereits seit den 1990er Jahren nicht mehr in der Herstellung von Sprühdosen verwendet. Heutzutage setzt die Industrie in den Haarsprays, Deodorants, Farbsprays und sonstigen Druckzerstäubern andere Mixturen ein. Diese bestehen zumeist aus Propan, Butan oder Dimethylether.

Doch auch bei diesen Stoffen ist die Entsorgung alles andere als unproblematisch. Die verwendeten Treibmittel sind leicht brennbar und durch die Druckabfüllung bilden die Dosen in der Zerkleinerung ein hochexplosives Gemisch. Aus diesem Grund stellen vor allem die noch gefüllten Sprühdosen eine erhebliche Gefahr in den Müllverbrennungsanlagen dar. Demzufolge hat sich in Deutschland ein kleiner Kreis von Entsorgungsunternehmen auf diese Abfallfraktionen spezialisiert.

Eine dieser anspruchsvollen Anlagen betreibt die Seiba Entsorgungstechnik GmbH in ihrer Niederlassung in Neunkirchen. Bereits seit 1988 hat sich das Unternehmen auf die Verwertung der Spraydosen spezialisiert. Jetzt wurde der Betrieb grundlegen modernisiert. Wo zuvor eine Rotorschere die Aerosoldosen zerkleinert hat, arbeitet jetzt der Querstromzerspaner QZ 1200 von MeWa nach einem völlig neuen Konzept. Gleichzeitig mit dem Austausch der Zerkleinerungsaggregate wurde die gesamte Abgasanlage auf den neuesten Stand der Technik angepasst.

Das Material bezieht Seiba zu einem Teil von Entsorgungsunternehmen aus ganz Deutschland sowie aus Frankreich und den Benelux-Staaten. Die restlichen Mengen sind teilgefüllte Dosen aus der Herstellerindustrie.

Die Industrie stellt die Aerosol-Dosen entweder aus Weißblech oder Aluminium her. Neben den eingefüllten Treibgasen und den Kosmetika, Farben oder Lacken enthalten die Behälter noch geringe Anteile an Kunststoffen, die in erster Linie in den Ventilvorrichtungen verbaut werden.

Über ein Wasserbad werden die frei gelegten Metalle und Kunststoffe gesäubert und mittels eines Magneten und eines NFe-Scheiders in die drei Fraktionen Aluminium, Eisen und Kunststoff getrennt. Die gewonnenen Wertstoffe gibt der Betrieb an Verwertungsunternehmen aus der Region ab.

Der Querstromzerspaner überzeugt bei diesem Prozess durch den geringen Verschleiß seiner Ketten, einem insgesamt niedrigen Wartungsaufwand und durch deutlich höhere Durchsatzleistungen gegenüber den Rotorscheren.

Mehrere Sicherheitsstufen stellen einen umweltgerechten Entsorgungsprozess in der Anlage sicher. Um den Kunden eine höchstmögliche Verwertungssicherheit gewährleisten zu können, hat die Seiba Entsorgungstechnik GmbH eine Videoüberwachung der Abläufe installiert.

Zunächst werden die Druckgaspackungen bei der Eingangskontrolle mit Scannern erfasst. Ein Mitarbeiter selektiert danach Fremdstoffe aus, über Vibrationsrinnen und einer integrierten Waage wird der Materialstrom dosiert und über ein Förderband dem QZ zugeführt. Ein Schleusensystem sorgt dafür, dass keine Gase aus dem Querstromzerspaner in die Halle entweichen kön-nen. Um Gasexplosionen zu vermeiden wird die Sauerstoffkonzentration im Kessel elektronisch überwacht und regelmäßig Stickstoff eingedüst.

Die freigesetzten Treibgase werden zusammen mit dem Inertgas über die Kondensation abgetrennt und thermisch verwertet. Die gesamte Prozess- und Hallenluft wird über eine Abgasreinigungsstufe mit nachgeschaltetem Filter geführt. Und selbstverständlich ist die Anlage nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz genehmigt und vom TÜV Süd sicherheitstechnisch abgenommen.

Der MeWa-Querstromzerspaner zeigt in dieser Spezialanwendung einmal mehr, wie vielseitig er in der Trennung von Materialverbunden eingesetzt werden kann. Vorgestellt wird der QZ auf der IFAT in München vom 13. bis 17. September 2010 in Halle C2, Stand 421/520.

 

 

 

    Pressekontakt:

 

       Harald Pandl

     Tel. 0049-(0)7056-925-191

     Fax 0049-(0)7056-925-169

 

Harald.Pandl@mewa-
recycling.com

 

 

 

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