18. Dezember 2009

QZ verarbeitet E-Schrott und Kühlgeräte unter einem Dach

MeWa erstellt Kombianlage in England

Aus zwei mach eins – so kann das neue Werk zur Aufbereitung von Kühlgeräten und E-Schrott im englischen St. Helens charakterisiert werden. In der Rekordbauzeit von nur einem Jahr hat der deutsche Anlagenbauer MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH aus Gechingen die Kombi-Anlage erstellt und kürzlich in Betrieb genommen. Durch die 16 Millionen Euro teure Investition erwartet sich der britische Entsorger hohe Durchsätze, sortenreine Wertstofffraktionen und höchste Umweltstandards.

Elektro- und Elektronikschrott ist europaweit der Abfallstrom mit den größten Zuwachsraten. Viridor, einer der größten Entsorgungsdienstleister auf der britischen Insel, betreibt landesweit Sammelstellen und bereitet die Mengen an zwei Standorten auf. Im neuen Werk nahe der Industriestadt St. Helens verarbeitet das Unternehmen künftig jede Stunde über 110 Kühlgeräte und gleichzeitig acht bis zehn Tonnen Elektro- und Elektronikschrott. Die hochmoderne Anlage hat der deutsche Anlagenbauer MeWa aus Gechingen kürzlich schlüsselfertig an den britischen Entsorgungsspezialisten übergeben.

Auf zwei separaten Linien schließen MeWa-Querstromzerspaner die ausgedienten Kühlaggregate, Computer, Staubsauger, Hi-Fi-Anlagen und weiteren Elektroschrott auf. „Die Motive für die Gesamtinvestition von 16 Millionen Euro lagen in der Qualität des Outputs. Nur absolut sortenreine Fraktionen lassen sich in den aktuell schwierigen Zeiten zu guten Preisen veräußern“, erläutert Gebietsverkaufsleiter Piet Gilbos, warum sich der britische Entsorger für MeWa aus Gechingen entschieden hat.

Wie effizient der MeWa-QZ arbeitet, weiß Viridor spätestens seit der Fusion mit dem größten E-Schrott Aufbereiter in Schottland. Viridor hatte den MeWa-Kunden Shore vor zwei Jahren übernommen und damit gleich auch eine hochwirtschaftliche Entsorgungsanlage bei Edinburgh miterworben, die zuverlässig 500.000 Kühlgeräte im 24/7-Rhythmus per anno aufbereitet.

In der neuen Anlage im Nordwesten Englands hat MeWa jetzt zwei Linien schlüsselfertig erstellt. Im vorderen Bereich der Halle werden die Kühlgeräte aufbereitet.

In der separat arbeitenden E-Schrott-Linie hat MeWa ein neues Konzept umgesetzt. Die Mischung aus automatischer Sortierung und manueller Schadstoffentfrachtung sorgt für die höchsten Standards gemäß der WEEE-Direktive der Europäischen Union. Zunächst werden schadstoffhaltige Bauteile aus den Geräten entfernt. Danach schließt der MeWa-Querstromzerspaner QZ 2000 die Elektrogeräte mit seinem Kettenprinzip auf schonende Weise auf. Die wertstoffhaltigen Teile verlassen in großen Stücken die Maschine und liegen daher optimal für die automatische Sortierung bereit. Besonders die wertstoffhaltigen Bauteile, wie Platinen und Metalle lassen sich im weiteren Prozessverlauf mit Spezialaggregaten trennen. Bei den Platinen kommt der Vorteil des patentierten MeWa-Querstromzerspaners besonders anschaulich zum Tragen. Wo schneidende Werkzeuge viele kleine Einzelteile produzieren oder aber eine aufwändige Vordemontage erfolgen muss, liefert das QZ-Patent mit den flexiblen Beschleunigungswerkzeugen ganzteilige Ergebnisse. Die Platinen lassen sich als Klasse1-Fraktion an spezialisierte Betriebe weiterveräußern, wo dann die Edelmetalle abgelöst und zurückgewonnen werden.

Aber auch die unterschiedlichen Kunststofffraktionen stehen am Ende separiert zur Verfügung. Dem automatischen Prozess ist in der neuen Anlage eine Handsortierung nachgeschaltet, bei der die noch verbliebenen schadstoffhaltigen Teile, wie Batterien und Kondensatoren sowie die werthaltigen Verbunde, wie Elektromotoren, aus dem Materialstrom herausgefiltert werden.

Die neue Kombianlage überzeugt darüber hinaus durch ein effizientes Anlagendesign. Trotz begrenzter Hallenflächen haben die Planer beide Linien unter einem Dach untergebracht. Herausgekommen ist eine äußerst kompakt gestaltete Konfiguration, die dennoch den erforderlichen Platz für die Logistik bietet und mit den kurzen Wegen hocheffizient arbeitet: Ein neuer Standard in der WEEE-Aufbereitung.

 

 

 

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