24. November 2009

Querstromzerspaner überzeugt bei der Aufbereitung von Biomasse

Kommunale Vergärungsanlage rüstet nach

 

Werden die Eingangsstoffe in Biogasanlagen richtig aufbereitet, lässt sich der Gasertrag deutlich steigern. Der Querstromzerspaner der MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH aus Gechingen wurde genau auf diesen Anwendungsbereich ausgelegt. Eine Vergärungsanlage im Landkreis Böblingen hat jetzt in die neue Aufbereitungstechnologie investiert und damit gleich den gesamten Aufbereitungsprozess optimiert.

Seit 2006 betreibt der Abfallwirtschaftsbetrieb im Landkreis Böblingen in seinem Kompostwerk eine Vergärungsanlage mit zwei Blockheizkraftwerken und einer Gärrestetrocknung. Den angestrebten Jahresdurchsatz von 30.000 Tonnen Biomüll konnte die Anlage bislang jedoch nicht dauerhaft sicherstellen. Bei der unterschiedlichen Zusammensetzung des angelieferten Materials in den Biotonnen stieß die ursprünglich ein-gesetzte Technologie an ihre Grenzen.

Eine zentrale Rolle bei der Optimierung der kommunalen Vergärungsanlage spielt eine Maschine aus der Recyclingtechnik: der patentierte Querstromzerspaner (QZ) des Gechinger Anlagenbauers MeWa arbeitet im Gegensatz zu den bislang eingesetzten Mühlen mit Ketten anstatt mit Schneidwerkzeugen. Und damit sind gleich mehrere Vorteile verbunden:

Höhere Gasausbeute
Während Maschinensysteme mit Messern die Bioabfälle lediglich zerschneiden, wirken die Ketten des QZ wie ein Mörser, der Kräuter zerstampft. Durch diesen Vorgang entsteht eine wesentlich größere Oberfläche. Den Bakterien bietet sich im anschließenden Gärprozess eine deutlich größere Angriffsfläche. Die Verweildauer der Biomasse im Fermenter wird beschleunigt und die Gasausbeute daher deutlich erhöht. Je nach Zusammensetzung der Eingangsstoffe ist eine Erhöhung um bis zu 30 Prozent möglich.

Metallteile kein Hindernis
Ein ebenfalls neu installierter Kratzförderer transportiert zuerst den gesamten angelieferten Abfall in den QZ. Die Maschine ist unempfindlich gegenüber Metallteilen, die auch in Bioabfällen immer wieder enthalten sein können. So stellt die Achse einer Sammeltonne, aber auch mineralische Teile, wie Steine oder Betonplatten kein Hindernis für den QZ dar. Schließlich wurde die Recyclingmaschine ursprünglich für Metallverbunde konzipiert.

Niedrigere Verschleiß- und Wartungskosten
Die Ketten sind unempfindlich gegenüber Metallen. Selbst größere Eisenteile führen nicht automatisch zum Stillstand der Anlage. Nach dem Verschleiß lassen sich die Ketten mit nur wenigen Handgriffen auswechseln. Die Stillstandszeiten der Anlage werden so minimiert.

Aufschluss von Verpackungen
Der Querstromzerspaner schließt auch verpackte Lebensmittel oder in Plastiktüten eingeschlossene Abfälle auf und legt beispielsweise auch Textilien vollständig frei. In nur einem Arbeitsgang wird das Substrat im MeWa-QZ homogenisiert und ideal für den Fermenter aufbereitet.

 

Die Investitionen in die neue Vorbehandlung mit Kratzförderer und MeWa-Querstromzerspaner gestalten das Verfahren in der Anlage jetzt wesentlich einfacher.

 

 

 

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