Cooler Einsatz für die Umwelt
MeWa nimmt Kühlgeräte-Aufbereitungsanlage in Österreich in Betrieb
Die deutsche MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH hat eine hochmoderne Kühlgeräte-Aufbereitungsanlage im niederösterreichischen Kematen in Betrieb genommen. Die nahezu einhundertprozentige Rückgewinnung der Rohstoffe sowie des umweltschädlichen FCKW mit nur einer Maschine lässt sich kaum effizienter lösen.
In Deutschland wurde bereits im Jahr 1996 untersagt, FCKW in Kühlgeräten zu verwenden. Das Kühlmittel wurde damals als Ozonkiller Nummer 1 entlarvt. Trotz dieses Gesetzes wird die Zahl der europaweit betriebenen FCKW-Kühlgeräte immer noch auf mehr als 200 Millionen geschätzt. Jetzt finden sich diese Gerätegenerationen im Recycling wieder. Erst neulich wurde von Fachverbänden auf die unsachgemäße Entsorgung von Kühlgeräten in Europa und den illegalen Export alter Apparate hingewiesen. Dass es auch anders geht, beweist eine neue Anlage in Kematen/Österreich, die vergangene Woche nach nur achtmonatiger Bauzeit ihren Betrieb aufgenommen hat.
„Mit der Anlage können FCKW- und Pentangeräte gleichzeitig verarbeitet werden, ohne dass sie vorher aussortiert werden müssen“ stellt MeWa-Geschäftsführer Helmut Oberguggenberger einen der Pluspunkte der Anlage heraus. In der neuen Entsorgungsstätte werden künftig bis zu 300.000 Kühlgeräte im Jahr aufbereitet und dabei etwa 90 Tonnen FCKW zurückgewonnen. Die Wirkungsweise der Anlage entspricht einer Umweltentlastung von 900.000 Tonnen CO2 jährlich.
Nicht nur die Rückgewinnungsqoute des FCKW ist außerordentlich hoch, auch der wirtschaftliche Betrieb der Anlage und das Ergebnis überzeugten die Investoren. Das effiziente Aufbereitungsprinzip des MeWa-Querstromzerspaners legt in nur einem Verarbeitungsschritt die einzelnen Fraktionen frei. Der QZ trennt die Materialverbunde der Kühlgeräte in Eisen, Aluminium, Kupfer und Kunststoff auf. Am Ende rieseln die Sekun-därrohstoffe als Klasse 1 - Kühlschrott verkaufsfertig in die abholbereiten Container.
„Modernste Technik ermöglicht es, dass fast 95% aller Materialien aus einem Kühlgerät als Rohstoffe für neue Produkte rückgeführt werden“, erklärt Dr. Helmut Kolba, Geschäftsführer der neu gegründeten UFH RE-cycling GmbH mit Sitz in Wien. Die künftige Betreibergesellschaft ist ein Joint Venture der UFH Holding GmbH, der Marktführer unter den österreichischen Sammel- und Verwertungssystemen und REMONDIS, einem der weltweit größten Dienstleister im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Bei der Eröffnungsveranstaltung am 11. Februar 2009 waren sich die künftigen Betreiber gemeinsam mit den anwesenden Politikern und den geladenen Gästen einig, mit dem Projekt in Kematen „neue Maßstäbe in der Kühlgeräteentsorgung in Europa“ zu setzen.
In einem ersten Schritt werden alle verwertbaren Bauteile, wie etwa Kabel und Glaseinlagen entfernt. Danach ziehen die Fachkräfte mit Absaugzangen die umweltschädlichen Kühlmittel und das Kompressoröl ab und demontieren die Kompressoren von den Altkühlgeräten. Im Anschluss verarbeitet der patentierte Querstromzerspaner (QZ) in einem isolierten System etwa 60 Kühlgeräte pro Stunde. Mit seinen rotierenden Ketten zerlegt die Maschine die einzelnen Fraktionen komplett. Der zerkleinerte PU-Schaum wird abgesiebt und von den FCKW-Resten befreit. Das umwelt-schädliche Gas wird schließlich in der Cryokondensation abgekühlt und verflüssigt, danach in Spezialbehältern gesammelt und später entsorgt.
Im Anschluss an den QZ trennen maschinelle Verfahren das Eisen, andere Metalle sowie die Kunststoffe voneinander ab. Sauber getrennt erzielen die Produkte auch bei den aktuell schwierigen Marktbedingungen nach wie vor hohe Erlöse.
Mit dem UFH ist in diesem Projekt erstmals in Europa ein Sammel- und Verwertungssystem direkt in den Recyclingprozess involviert. Dadurch werden in erster Linie die Hersteller von Kühlgeräten von der effizient arbeitenden Anlage profitieren. 30 Mitarbeiter sorgen im 3-Schicht-Betrieb zusammen mit modernster Maschinentechnologie für die hohe Durchsatzleistung von gut 1.000 Kühlgeräten pro Tag. Damit dürfte der Gesamtbedarf in der Alpenrepublik durch die neue Anlage gedeckt sein.




