01. Juli 2008

MeWa baut EBS-Anlage in Belgien

Die Shanks Group wird ihre Aktivitäten in der Herstellung von Ersatzbrennstoffen in Belgien erweitern. Dazu hat das britische Unternehmen kürzlich in der Nähe von Gent eine komplette Anlage der Gechinger MeWa Recycling Maschinen und Anlagenbau GmbH in Betrieb genommen. Bis zu 35 Tonnen Baumischabfälle sowie Haus- und Gewerbeabfälle pro Stunde werden dort zukünftig verarbeitet.

Bei den derzeit steigenden Preisen für die fossilen Energieträger Öl, Gas oder Kohle werden Ersatzbrennstoffe (EBS) als Alternative weiter an Bedeutung gewinnen – und das europaweit. Derzeit werden aus Verpackungsabfällen oder aus heizwertreichen Abfällen aus dem Haus- und Gewerbemüll noch mehr Ersatzbrennstoffe produziert, als verbrannt wer-den. Doch das könnte sich bald ändern. Ein Preiswettbewerb um Abfälle wäre das Ergebnis. Vor allem die energieintensiven Branchen wie beispielweise Zement, Chemie, Papier und Lebensmittel investieren derzeit in den Bau eigener Heizkraftwerke, die ausschließlich Ersatzbrennstoffe verfeuern.

Das angelieferte Material im neuen Entsorgungsbetrieb der Shanks Group in Belgien setzt sich aus Haus- und Gewerbemüll aber auch aus Verpackungen, Folien, Kartonagen und Baustoffen aus dem Baugewerbe zusammen. Diese Materialien sind schwer zu zerteilen und daher genau die richtige Maßgröße für die robusten MeWa-Maschinen.

Aus dem nichtorganischen Teil des angelieferten Abfalls werden zunächst Materialien wie Metalle, Holz oder Papier herausgetrennt. Diese können direkt weiterverkauft werden. Es verbleiben hochkalorische Stoffe, in erster Linie Verpackungsmaterial aus Kunststoff, Folien aber auch Matratzen und Teppichstoffe.

„Je kleiner die hochkalorischen Abfälle aufbereitet werden, desto wertvoller sind die Stoffe für den Einsatz in den Öfen der Zementindustrie“, formuliert MeWa-Geschäftsführer Ulrich Hink die Anforderungen an leistungsstarke Anlagen. Der Vorteil besteht darin, dass diese homogen aufbereiteten Ersatzbrennstoffe dann direkt in den vorhandenen Gas-, Öl- oder Kohleöfen der Industrie zugefeuert werden können.

Hauptabnehmer des Ersatzbrennstoffs aus dem neuen Entsorgungsbetrieb bei Gent wird die Zementindustrie in Belgien sein. Bei einer angestrebten Korngröße von unter 20 Millimetern sind in der neuen Aufbereitungsanlage drei große Granulatoren mit zwei Metern Arbeitsbreite im Einsatz. So kann die hohe Durchsatzmenge von 35 Tonnen im Einschichtbetrieb bewältigt werden.

Neben einer Vorzerkleinerung und den Granulatoren hat der schwäbische Anlagenbauer MeWa den gesamten Entsorgungsbetrieb einschließlich Schwingsieben, Windsichtung, Metallabscheidung und Fördertechnik konzipiert und schlüsselfertig erstellt. Die Anlage mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von etwa 8 Mio. Euro war das erste gemeinsame Projekt von MeWa und dem britischen Unternehmen.

   

 

 

 

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